Mit dem finnlandschwedische Rüsseltier verabschiede ich mich aus der finnischen Berichterstattung und werde demnächst auf anderem Gebiet wieder von mir hören lassen. Kein Abschied ist für immer. Wir sehen uns, und dies vermag ich fest zu glauben, auf alle Fälle wieder.
An den bereits verfassten Texten werde ich noch etwas herumfeilen, beziehungsweise sie auch noch würzen und ergänzen. Auch habe ich vor sie noch mit dem ein oder anderen Bild zu garnieren. Es sei also bedacht, vielleicht auch später nocheinmal diese Seiten zu durchforschen. Eingeladen bist Du, lieber Leser, zu jeder Tag- und Nachtzeit.
Samstag, 12. April 2008
Gruß, Kuss, Schluß
Montag, 24. März 2008
Ostern
Donnerstag, 20. März 2008
Mittwoch, 19. März 2008
Montag, 17. März 2008
Donnerstag, 13. März 2008
Jetzt gehts los. Die Erste.
Mittwoch, 12. März 2008
Abschied
Abschied nehmen ist nicht leicht. Der rote Elefant bereitet sich mit Wehmut (ja, er reist nicht allein, Wehmut ist immer mit dabei) auf seine Reise in die alte Heimat vor. Aber ein Abschied hat auch seine guten Seiten. Bietet er doch die Gelegenheit einer schönen Feier geradezu an.
Heute musste der rote Elefant deshlab recht spät aufstehen, damit die "Nacht" wenigstens eine etwas angemessene Länge findet. Auf der Feier wurden sowohl Sofa, Fahrrad als auch ein Beleuchtungsmittel in der Form eines Sternes an die Person vergeben, die den besten Grund an Bedürftigkeit vorweisen konnte. Es folgen die Ergebnisse:
Das Sofa "I want to have at least once Sex on my own couch in Finland - that's why you have to give it to me!"
Das Fahrrad "If I get the bike, I promise that I will go to his wedding by bike!!!"
Der Stern "Hello, my name is Wehmut (Name von der Redaktion geändert) & I'm handicapped. My ankle is broken. Therefore I can't go to university. As I'm home all the time, Aby Birthday (Name von der Redaktion geändert) my roommate is annoying me all the time. I need sth. to entertain myself because I can't stand Aby anymore. She has a mental problem, she is always depressed. Besides, we love Christmas & shiny things."
Sonntag, 9. März 2008
So spielt das Leben
Schon auf der Welcome-Party stand fest, dass Mattias Björkas einmal gesehen, nie mehr vergessen wird. Da ich wie immer ein unglaublichen unbedarftes Gespür für das Kennenlernen von mehr oder weniger prominenten Personen habe, wußte ich natürlich NICHT, dass er Sänger der Band "Cats on Fire" ist. So überrascht es den Leser sicher kaum, dass ich mit ihm und einigen Freunden in der Uni-Mensa einen Kaffee getrunken habe und dann vor ein paar Tagen höchst überrascht erfuhr, dass er auf der Bühne stehen wird. Ich war da, klar! (Das Video ist übrigens auf Ruissalo aufgenommen, mein Trimm-Dich-Pfad ;-) )
Schneeschmelze
Aus Jux und Tollerei habe ich mit einer Freundin den finnischen Schnee und den Aurajoki auf pH-Wert und allerlei andere Dinge getestet. Unser Ergebnis: Sie können problemlos in den Fluss pullern, der pH-Wert wird sich nicht ändern. Bei finnischem Schnee ist es etwas anders. Auch rein optisch ist vor dem Verzehr von gelbem Schnee zu warnen.
Donnerstag, 6. März 2008
Mehr oder weniger "Stiller Protest"
Was die Autofahrer können, dass können die Fahrradfahrer schon lange. Metallgenoppte Fahrradreifen kann man in Finnland einfach im Supermarkt erstehen. Wenn sich Ihr Nachbar jetzt schon über Ihren Fahrstil auszulassen beliebte, so können Sie ihm nun eine besondere Freude mit asthetisch ausgefallenen Bremsspuren machen.Sollten sich auf Ihrem täglichen Radweg unabgesetzte Bordsteinkantenh befinden sind diese Reifen besonders empfehlenswert:
Markieren sie sich eine Stelle an der Bordsteinkante mit einem roten Stift.
Fahren Sie täglich an dieser Stelle vom Borddtein hinunter.
Nach etwa einen halben Jahr werden Sie die ersten sichtbaren Zeichen für Ihre Stadtverwaltung hinterlassen haben.
Mittwoch, 5. März 2008
Dienstag, 4. März 2008
Einmal Russland und zurück?
Kulturelle Erfahrungen in Finnland gibts genug? Dem finnlandschwedischen Elefanten reicht es nicht. Er bekommt den Rüssel nicht voll. (Der Hals war zu kurz.) Nun reist er demnächst mit seinen geschätzten Nachbarn nach Russland. 1. Akt. Reisepass an eine suspekte Person in einer Nebenstraße abgeben. Dann hoffen, dass dieser tatsächlich (wie von der nicht minder suspekten Reiseagentur aus Helsinki angegeben) dort ein Visum reinzaubert. Und dann wandert der Pass irgendwie und irgendwann über ebenso mysteriöse Wege zurück.
Sonntag, 2. März 2008
Puderzucker auf der Schärentorte
Nun hat es doch noch einmal geklappt. Seit Wochen nimmt der Winter Anlauf um in Turku noch ein paar Schneeflocken zu hinterlassen. Heute endlich ist es ihm geglückt. Während in Lahti das Skispringen zwecks Windbedingungen abgesagt werden musste, übt man sich in Turku am eifrigen Schneemannbau. Prächtig weiß die weiße Pracht.
Freitag, 29. Februar 2008
Anders herum und mal von hinten betrachtet ...
Ein Schmackerl der finnischen Kultur. Am heutigen Tag ist es der ungebundenen finnischen Frau erlaubt, völlig gegen jede sonst geltende Etikette, den Manne nach der Hand zu fragen. Billig kommt der Mann hier nicht davon. Schlägt er den Hochzeitsantrag aus, so kommt ihn auch dies teuer zu stehen. Er muss der fragenden Dame ein Stück Stoff kaufen, auf dass sie sich selbst ein Kleid oder Rock daraus nähen kann.
In Zeiten großzügiger Verluste bei der Nähkunst kann der Mann natürlich ersatzweise auch gleich ein Kleid/Rock kaufen.
Am besten Sie kaufen ihr in diesem Jahr gleich ein Hochzeitskleid, dann können Sie im nächsten Jahr auch getrost "JA" sagen.
Donnerstag, 28. Februar 2008
Kuchenbacken für Pashas
Rund um Ostern gibt es in Finnland eine besondere Leckerei im Kühlregal. Ein Nachtisch namens Pasha hat sich dort eingenistet. Diese Osternascherei wollte probiert werden. Der Geschmack, so sage ich: Quarkkuchen mit Rosinen ohne Boden. Zum Osterfest ist es für Pashas also ein leichtes einen Quarkkuchen zu machen. Tortenboden kaufen. Pasha drauf. Fertig.
Mittwoch, 27. Februar 2008
Stickeralbum der Erinnerung
Postkarten sind eine feine Sache. Jede Woche verlässt eine Postkarte meine Finger um sich auf den Weg nach Portugal zu machen. Dort wird sie voller Freude von einer jungen Dame aus dem Kasten gezogen und in leshafter Weise genossen.
Wie unschwer nachzuvollziehen ist, habe ich deshalb einen hohen Verschleiß an Postkarten. Dabei stimmen Angebot und Nachfrage oft nicht überein. Die Jagd nach immer neuen Postkarten bekommt inzwischen schon einen fast sportlichen Charakter. Neulich besuchte ich diese lieben posierlichen Wesen, die sich Nachbarn nennen. Mancher mag es mir als Grund vorwerfen, ich werde mich dagegen wehren, aber sie haben eine Wand voller Postkarten. Da ist die Auswahl groß. Aber so leicht geben auch meine Nachbarn die schwer erbeutete Ware nicht her. Auch nicht für Geld. Einzig der althergebrachte Weg des Tausches konnte mich hier retten. Und so bewegte ich mich erneut zu meinen Nachbarn mit einigen Motiven die ich in Vielfalt besaß. Nun kam Bewegung in das Geschäft. Wir erinnerten uns der Zeit als Aufkleber sich großer Tauschbegeisterung erfreuten. Wie routinierte Stickeralbensammler wurde um die schönsten Motive gefeilscht. Samtige gegen Glitzerne und Wackelbilder gegen Im-dunkeln-leuchtende. Klasse, früher war alles besser. Ehrlich, ich war ja dabei. Und die Karten waren früher auch viel viel schöner. Trotzdem, für einige Wochen ist nun vorgesorgt.
In Finnland sind Briefmarken übrigens oft Aufkleber. Ob die die extra für Stickeralben herstellen? Wer möchte tauschen?
Dienstag, 26. Februar 2008
Car-Schäring
Dienstag, 19. Februar 2008
Gesucht und Gefunden.
Samstag, 16. Februar 2008
Wasserläufer
Freitag, 15. Februar 2008
Mann = Flasche vs. Nachtrag = Kritik
Was musste ich da heute erblicken? Die Kurzform zu "Mann = Flasche". Und gleich kommt es zu Missverständnissen und Aggressionen. Na das ist aber auch keine Art. Wenn Sie das Bild genau betrachten, fällt Ihnen sicher auf, dass die Scheibe nicht mehr so ganz intakt ist. Da kann man wieder einmal sehen, wie wichtig eine mathematische Lösung für ein Problem sein kann. Auch der Weg gehört zum Ziel. Wer einfach nur Lösungen vorkaut, muss verstehen, dass auch der gegangene Weg weitergegeben werden muss. Liebe Werbefachgeschulte so geht es nicht. Ihnen und allen Managern muss doch die Vorbildwirkung bewusst sein.

Wohl dem der sich nun erinnert. Eine deutsche Band wußte einmal zu singen: "... doch ich verliere nicht die Hoffnung, denn eins weiß ich genau, ich trinke täglich Dosenbier, denn Dosenbier macht schlau." Obwohl die wissenschaftliche Beweislage dafür relativ dürftig aussieht. Eins ist gewiss: Das Flaschenproblem sind sie mit der Dose los. Was bleibt? Der Dosenpfand!
Donnerstag, 14. Februar 2008
Trevlig alla hjärtans dag!
Geneigter Leser, auch der Valentinstag verlangt seine Eintragung an dieser Stelle. In Finnland wird er aber nicht in seiner schmusig-zweisamen Form verlebt. Hier wird er als "Tag der Freunde" begangen. (Finnland ist also genau das richtige Land für diejenigen, die verliebte Turteltauben an diesem Tag besonders wenig sehen wollen.) Dabei schenkt nun also ein Freund seinen Freunden eine Karte. Stolzer Gewinner ist, wer die meisten Karten anhäuft. Zumindest an den Schulen siegt diese Einstellung. Aber schon Adam Riese wußte: "Bei der Freundschaft kommt es auf die Qualität, nicht auf die Quantität an." (Okay, vielleicht hat Adam Riese das nicht gewußt, aber ich leg es ihm hiermit inoffiziell in den Mund. Er könnte es schließlich durchaus gesagt haben. Außerdem wollen Sie mir doch jetzt hoffentlich nicht die Argumente nehmen, ich habe schließlich heute nicht eine einzige Karte erhalten. Sobald mir aber jemand das Gegenteil beweist, werde ich diesen Eintrag selbstverständlich umgehend revidieren.)

Für Erheiterung sorgte bei mir heute aber eine andere Entdeckung.
Eine Initiative der Grünen Liga ist damit beschäftigt, die Tunnelvariante zur umstrittenen Waldschloßchenbrücke in Dresden als Alternative zu realisieren. Heute schrieb man dort auf der Seite welterbe-erhalten, dass das "Forum für Baukultur e.V." sie dabei fachlich unterstütze. Motto von "Forum für Baukultur e.V." ist übrigens der Leitsatz: Sich bilden baut Brücken.
Mittwoch, 13. Februar 2008
Gedränge am Pfandautomaten.
Über diesen Selbsttest können Sie vermutlich lachen, wenn Sie (A) ein Mann sind und (B) Frauen gegebenenfalls für Flaschen halten. Herzlich wilkommen und Spielfeld frei für alle Pfandsammler. Diese Dame wurde passend zu Jaffa-Limonade angezogen. Es ist sicher eine fragwürdige Variante und nicht unbedingt eine Schmeichelei. Gestatten Sie mir die Frage: Suggerieren Sie eine Flasche in der Hand mit einer Frau? Wissenschaftlich gesehen wohl unterbewußt schon, sonst würde doch niemand damit werben, oder? Es gibt da aber auch noch den Werbeclip von Jaffa, der die Flasche zum Phallus werden läßt. Na gut, den erspare ich Ihnen. Aber er beweißt: auf den Standpunkt des Betrachters kommt es an, ob sie dann im Laden einen Hartplastik Frauenkörper oder potenzverherrlichenden Phallus kaufen.
Aber zugegeben, die Dame macht ja immerhin noch eine gute Figur. Trotzdem 0:1 Halbzeitstand für die Männer.
Erholt starten wir in die zweite Halbzeit. Wie sieht es da aus?
Hier werden Sie, liebe Männer zur Flasche gemacht. Die Figur läßt etwas zu wünschen übrig, die Form wird nicht unbedingt besser. Allerdings ist diese Werbung hochehrlich, und verheimlicht nicht, dass Alkoholgenuss auch zu einem dickeren Bauch führen kann. (Übrigens bei Männern und bei Frauen, aber das wußten Sie nach der Fußball-WM sicher schon selbst.) Was für ein Ausgleich, was für eine unglaubliche Leistung. 1:1 so kurz nach Spielbeginn der zweiten Halbzeit. Ja, und damit es sich auch wirklich verankert haben die Werbefachkundigen keine Kosten und Mühen gescheut. Für alle technisch und rational denkenden Lebewesen wurde hier mathematisch exakt gearbeitet. Ob dieser Weg auch umgekehrt gehbar ist, ließen die Werber aber offen. Im Kampf Flasche gegen Flasche steht es damit 1:1. Und dies ist auch der Endstand des heutigen Spieltages. Nach vielen Bemühungen auf beiden Seiten gehen die Teams mit jeweils einem Punkt heim. Ich verabschiede mich aus dem Studio und wünschen Ihnen einen guten Nachhauseweg.
Sie wollen mir widersprechen? Passen sie auf, dass es nicht zischt, wenn Sie den Mund aufmachen.
Dienstag, 12. Februar 2008
Montag, 11. Februar 2008
Wer Linden pfropfet auf den Dorn ...
Freitag, 8. Februar 2008
Meine Waschmaschine fraß.
Eigentlich ist es kein Geheimnis. Waschmaschinen essen Socken. Warum sie sich dafür immer nur eine aussuchen, kann ich nicht erklären. Doch anstatt mich den Verlust erst beim aufhängen spüren zu lassen, gab mir die dreiste Maschine ihr Werk sofort bekannt. Die Waschmaschine hat heute tatsächlich eine Socke komplett zerrissen. Gerade neu gekauft, einmal getragen und schon habe ich nur noch 1 ½ Socken zurückbekommen.
Zwei Gangarten schlage ich für die Zukunft vor. Waschen Sie neben allen anderen Socken auch die Socken mit, von denen sie nur noch eine Einzelne haben. Mit etwas Glück sind Sie irgendwann die Einzelnen los und haben trotzdem noch alle Paare zusammen. Alternativ können sie natürlich immer die gleichen Socken kaufen. Die passen dann immer zusammen. (Doch Vorsicht: Einseitige Ernährung ist auch für Waschmaschinen nicht empfehlenswert!)
Donnerstag, 7. Februar 2008
Sie hat mehr, als nur EINEN Anderen???
Besuch ist immer schön? Sagen Sie blos, Sie hatten noch nie einen Zahnarztbesuch.
Ich schon, naja, doch dass tut jetzt nichts zur Sache. Nicht? Tut es doch. In Finnland ist es mir möglich, sogar an einem Zahnarztbesuch Freude zu haben. Ohne Schmerzen wird an meinen Zähnen rumgeschraubt. Inzwischen hat
So, darauf werde ich mir jetzt etwas einbilden.
Mittwoch, 6. Februar 2008
Nationalfeiertag der Samen
Ja das mag in der Überschrift lustig klingen, meint aber keine frivole Veranstaltung. Es geht um das Volk der Samen, die Einwohner Lapplands. Für diese ist eben jener 6. Februar ein ganz besonderer Tag. Da wird die eigene Flagge gehisst, die Nationalhymne gesungen und natürlich gibt es auch eine Torte. Neben den ganzen Feierlichkeiten gibt es aber auch ernste Dinge zu besprechen. Der Feiertag bedeutet für die etwa 20.000 Sami nämlich auch, für ihre Rechte zu kämpfen. Genau darauf führt sich dieser Feiertag zurück. Vor allem im Jämtland und Härjedalen wollte man die Rentierzucht verbieten und genau dagegen begannen sich die Ureinwohner Skandinaviens zu organisieren. An einem 6. Februar, dem des Jahres 1917 trafen sich dazu die Sami aller Länder (Norwegen, Schweden, Finnland, Russland) in Trondheim in Norwegen. Der Kernpunkt des samisches Kampfes ist und war die Auseinandersetzung um Land. Die Samen wurden teilweise kolonialisiert und zwangschristianisiert. Kein schönes Kapitel der samischen Geschichte. 1997 entschuldigte sich der norwegische König Harald V. öffentlich für die Ungerechtigkeiten die den Samen wiederfahren sind und ließ einen Fond zur Unterstützung der samischen Kultur und Sprache einrichten. Doch die Landfrage ist noch immer nicht wirklich geklärt. In manchen Punkten geht es den Samen also nicht besser als den Aborigines in Australien. Da ist noch ein Stück Weg zu gehen für ein geeintes Europa.
Dienstag, 5. Februar 2008
Runebergsdagen und Fastlagsdagen oder Doppeltes Fressfest
Am 5. Februar ist in Finnland traditionell der Runeberg-Tag. (finnisch: Runebergin päivä) Es ist der Geburtstag des finnischen Nationalschriftstellers Johan Ludvig Runeberg, der dann gefeiert wird. Feiern meint aber nicht trinken. Ganz im Gegenteil, es meint essen.
In diesem Fall die sogenannten Runeberg-Törtchen (Runebergintorttu). Diese soll eben jener Runeberg tagtäglich bei seinem Aufenthalt im finnischen Porvoo in sich hineingestopft haben. Frederika Runeberg, seine vielgeliebte Frau hat sie erfunden. Aus kleingehackten Mandeln, Mehl, Bröseln von Lebkuchen und Sauerteig, Ei und andere Zutaten buk sie ihrem Mann eine gar leckeres Andenken. Ich habe etwas geschwindelt. Im Teig selbst ist natürlich auch noch Rum oder Punch drin. Aber das war doch klar, oder? Oben auf sitzt noch ein Kranz aus Zuckerguss um einen Klecks von Himbeerkonfitüre. Die Runeberg-Törtchen sind am 5. Februar jedenfalls fast überall in Finnland erhältlich. In Porvoo natürlich das ganze Jahr über.
Nur etwa alle 100 Jahre fällt nun dieser Tag mit dem ”Fetten-Dienstag” zusammen. Dem Dienstag vor Aschermittwoch. Typisch für diesen Tag ist jedoch ein anderes Gebäck, die sogenannte Fastlagsbulle. Diese besteht aus einer gesüßten Hefeteigkugel. Ist diese erst gebacken, wird ein Deckel von der Kugel abgeschnitten. In den Teig drückt man dann eine Kuhle. Danach füllt man diese Kuhle mit Mandelmassa (einer marzipanähnlichen Masse) und legt einen grosszügigen Kranz aus reichlich Schlagsahne ringsherum. Dann kommt der Deckel wieder drauf und als krönender Abschluss noch ein wenig Puderzucker auf den selbigen. Irgendjemand hatte die Idee in Finnland statt der Mandelmassa Konfitüre zu nehmen. Nun gibt es zwei Varianten. Geschmacklich ist die Mandelvariante wohl die Deluxe-Edition.
Es fällt also garnicht so leicht, sich zwischen diesen Dreien zu entscheiden. Theoretisch!
Ich habe nicht lange gezögert und habe sie alle gegessen.
Montag, 4. Februar 2008
Ich bin dann mal da ...
Der rote Elefant ist nach ereignisreichen Tagen wieder da. Im Moment grübelt er noch über Formulierungen und so lässt das geschriebene Wort noch auf sich warten.
Dienstag, 29. Januar 2008
Ich bin dann mal weg ...
Das finnlandschwedische Rüseltier ist für einige Tage in Lappland. Mehr dazu hoffentlich in "Kürze". (Wo auch immer das liegt.) ;-)
Montag, 28. Januar 2008
Nächtliche Doppelwelt.
Erst heute morgen ertappte ich mich wieder dabei am Telefon mehrere Sätze gesprochen zu haben, nachdem ich eine ganze Nacht durchtelefoniert hatte. Ein Freund aus der alten Heimat erbat sich ein Gespräch mit mir. Auch er befand sich zu diesem Zeitpunkt jenseits der Heimat und wie mich, trieb auch ihn schon seit Stunden die Schlaflosigkeit. Tage saßen wir vor unseren Computern, in der Hoffnung jemand daheim könne sich für unsere Erfahrungen interessieren. Nach etwa drei Stunden gab mein Freund dieses Unterfangen verzweifelt auf und rief mich an. Ich war hörbar erlöst, endlich die Nacht nicht in auditiver Einsamkeit verbringen zu müssen. Das Schöne ist, dass einem eine solche Nacht auch nie langweilig wird. Diese von den Fernreisenden gelebte Doppelwelt besitzt nämlich ihren ganz eigenen Charme. Während zu Hause alle schlafen, beginnen sich die Ausgerissenen über Stunden hinweg große Datenpakete zwischen den verschiedenen Zeitzonen zuzusenden. Letzte Nacht entstand so in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit eben jenem Freund ein graphisches Kunstwerk. Nach nur sechs Stunden ununterbrochenen Telefonierens war das Bild bereits um sieben am Morgen fertig. Während mein Freund die Endfassung speicherte verabschiedeten wir uns. Die ersten Internetnutzer daheim hatten endlich wieder ihre Computer angeschalten.
Sonntag, 27. Januar 2008
Prag ist Helsinki und Berlin ist Prag oder Wie sich die Werbung selbst täuschte.
Reklamy Google. Die allwissende personalisierte Werbung ist einem Irrtum aufgesessen. Nachdem der rote Elefant einen kleinen Exkurs in die tschechische Sprache unternommen hat, spricht der Rechner tschechisch. Sämtliche Inhalte die mit Google zu tun haben sind nun in freundlichem tschechisch formuliert. Selbst der Hinweis "Seiten auf Deutsch anzeigen" bringt keine Resultate in einer anderen Sprache als der tschechischen. Meine Erkenntnis habe ich aus diesem ungewollten Ereignis gezogen. Das Resultat: Wenn Sie also keine personalisierte Werbung haben wollen, die auf Sie gemünzt ist, dann seien Sie einfach ein Anderer.
Gefrostete Diskussionen.
Noppen am Gummi sind in Finnland voll „IN“. Nein, nicht was sie jetzt wieder denken. Metallnoppen. Nein, sowas sollten Sie sich nun wirklich erst recht nicht vorstellen. Metallnoppen an den Autoreifen. Sie verkürzen den Bremsweg bei Eis (soll es in Finnland ja öfter geben) und die Lebensdauer des Asphalts. Eine schwedische Studie will nun herausgefunden haben, dass mehr Abrieb auf der Straße auch gleichzeitig mehr Feinstaubbelastung bedeutet. Wer hätte das gedacht.
Bis zu welcher Größe Asphaltbrocken als Feinstaub angesehen werden sollen, besagte die Studie jedoch nicht. Allerdings ist es ihr gelungen eine Diskussion über die Benutzung solcher Reifen auch in Finnland vom Zaun zu brechen. Nun hat sich auch die Autofahrerlobby eingeschaltet, um jene armen gebeutelten Nutzer dieser Reifen bis zum bitteren Ende zu verteidigen. Die Schmach der Raucher ist noch nicht vergessen, dürfen diese doch nun weder in Clubs noch in Diskotheken ihrer Sucht frönen. Nun sind also die Liebhaber der Asphaltreibeisen an der Reihe. Als Umweltfrevler werden sie angeprangert. Eine wirklich ungerechte Behauptung, werden doch alle anderen Reifen ebenfalls aus Öl hergestellt. Die Noppenfreunde wollten doch nur das Leben von Fußgängern und ihrer eigenen Karosserie verlängern. Durch die Klimaerwärmung schmilzt ihnen allerdings, im wahrsten Sinne des Wortes, das Eis unter den Beinen. Die Argumente schmelzen dahin. Doch so lange dürften beide Seiten noch auf ihren Eisbergen verharren.
Samstag, 26. Januar 2008
Die spinnen die Finnen I. „Guten Appetit“ auf vegetarisch.

Die spinnen die Finnen II. „Guten Appetit“ auf sexistisch.
P.S. Seien sie mit mir gespannt auf die personalisierte Werbung der google-Werbeanalysten auf dieser Seite bei diesem Thema ;-)
Freitag, 25. Januar 2008
[Heute: Tschechisch] Komu se stala škoda... - Čtvrtek 24. ledna 2008
Červeného slona čekalo dneska ráno veselé překvapení. Celé město pokrýval rozkošně bílý sníh. Pod slonovýma nohama sníh křupal a vrzal. Tenhle překvapivý ranní dárek vyžadoval chvíli na ocenění a slon na chvíli ztratil přehled o čase. Brblání motoru, podezřele podobné zvuku projíždějícího autobusu, mě probralo ze sna. Tryskem jsem vyrazil, abych dotyčný bus stihl. O slonech se soudí, že jsou dobří pracanti. V silničním provozu ovšem představují často překážku. Ve sněhu a na ledu ale nemusí být vina vždycky na straně slonů. V tomto případě se autobus jako dopravní prostředek neosvědčil. Nejezdí vždycky na čas a když už člověk sedí uvnitř, není ještě jisté, že se dostane tam, kam chtěl. Dnešní autobus se rozhodl, že se srazí s osobním autem, které se klouzalo po téže silnici. Možná to bylo naopak, nejsem si tím tak docela jistý. Předně bych rád řekl, že se nikomu nic nestalo. V autobuse jsme cítili jenom drknutí, jako kdybychom najeli na obrubník, řidič auta musel prodělat podstatně odlišný zážitek. Zodpovědný finský autobusák se ze všeho nejdřív zeptal, jak se cítíme my pasažeři a řidič auta. To bylo hezké. Až potom došlo na ohledání škod. Ty nebudu před čtenářem skrývat.
Tady může být i Vaše auto! Své inzeráty posílejte do komentářů. ;-)
Mehr über Finnland vom Mitbewohner des roten Elefanten unter folgender Adresse. "Tschek" it out now./Chcete se o Finsku dočíst víc v češtině. Očekujte tohle.
Donnerstag, 24. Januar 2008
Wer den Schaden hat ...
Eine freudige Überraschung erlebte der rote Elefant heute beim Erwachen. In anmutiges Weiß war doch die ganze Stadt gehüllt. Schmatzend und knirschend fügte sich der Schnee unter den Elefantenfüßen. (Am Rande: Sind Elefantenfüße zwangsweise aus stoß- und schlagfestem Polypropylen?) Dieses überraschende Morgengeschenk bedurfte nun einige Zeit der Würdigung, über die nach kurzem die Zeit völlig vergessen wurde. Ein brummendes Motorengeräusch, welches eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem vorbeifahrendes Bus aufwies, riss mich aus meinen Träumereien. Im rasanten Trab gelang es sogar noch, den Bus zu bekommen.
Elefanten werden als nützliche Arbeitstiere angesehen. Im Straßenverkehr werden sie jedoch oft als Hindernis empfunden. Bei Schnee und Eis lässt sich die Schuld aber nicht so einfach auf Elefanten abwälzen. In diesem Fall bewies sich der Bus nicht als das beste Transportmittel. Er kommt nicht unbedingt pünktlich und wenn man drinnen sitzt, heißt dies noch lange nicht, dass man tatsächlich da ankommt, wo man hin will. Der heutige Bus entschied sich spontan für eine Kollision mit einem schlitternden PKW. Es kann sich durchaus auch andersherum verhalten haben, ich möchte dies nicht ausschließen. Zuerst ist zu sagen: Niemand ist verletzt worden. Während im Bus eine Erschütterung stattfand, die an eine unsanfte Berührung mit einer Bordsteinkante erinnern ließ, hat der Autofahrer andere Erlebnisse gemacht. Der pflichtbewusste Finne in Form eines Busfahrers erkundigte sich zuerst nach dem Befinden seiner Fahrgäste und dem des Autofahrers. Sehr angenehm. Erst dann folgte eine Schadensbegutachtung. Die möchte ich dem geneigten Leser nicht vorenthalten.
Mittwoch, 23. Januar 2008
"Tschek" it out now!
Dienstag, 22. Januar 2008
Schürze um Frau Kittel!
Kurz und knapp: Wer in Finnland studiert ist automatisch mit dem Beitritt zur Student Union auch krankenversichert und darf sich auf eine kostenlose Untersuchung durch eine Krankenschwester und bei Bedarf auch auf ärztliche Behandlung freuen.
Sonntag, 20. Januar 2008
Pazifistischer Sonntagsspaziergang
Tretmienen in Form von Hundehaufen sind mir dennoch nicht begegnet. Nur auf einsamen Feldwegen habe ich schon welche gesehen. Aber sonst? Wie machen die das? Ich sehe niemanden mit Schaufel und Tüte rumlaufen. Haben die Hunde hier Korken im Hintern? Eine bessere Erziehung? Ich kann diese Frage leider nicht beantworten.
Frei laufende Hunde gibt es übrigens so gut wie nie. Aber dafür abgezäunte Anlagen in denen sich die Hunde austoben können. Eine Wohnung in direkter Nachbarschaft dazu empfehle ich aber nur tauben Menschen oder Hundestimmenkundlern (quasi einem Kynologen). Dafür gibt es dann aber auch verschiedene Gehege, falls sich die Kleinen mal ums Spielzeug zanken oder das Revier allzu deutlich markieren. In Deutschland zäunt man ja bekanntlich eher die Spielplätze ein, damit dort keine Hundekacke landet.

Was für Tüten braucht man eigentlich um Elefantenkacke fortzuschaffen?
Samstag, 19. Januar 2008
Kein Alkohol ist auch (k)eine Lösung?
- Im Winter, weil es dunkel ist.
- Im Frühjahr, weil das Eis schmilzt.
- Im Sommer trinkt man sowieso.
- Im Herbst muss man sich vom Sommer verabschieden.
Dies hat zur Konsequenz, dass es praktisch zu jeder Jahreszeit irgendwo öffentlich kotzende oder pissende Menschen gibt. (Immerhin bleiben sie regelkonform bei rot an der Ampel und an roten Elefanten stehen.)
Angesichts dieser Tatsache gab es nun in Finnland eine Kampagne um den Alkoholmißbrauch etwas einzudämmen.
Doch sehen Sie selbst:

Können Sie sich Telefonsex mit einer Waschmaschine vorstellen?
Um seine Wäsche in einer öffentlichen Waschanstalt zu waschen, wirft man also keine Münzen ein, man bezahlt nicht mit Kreditkarte oder Pin, nein, man ruft ganz einfach an. Meine Waschmaschine hat also eine Telefonnummer. So weit so gut.
Tatsächlich habe ich die Verrücktheit unternommen und diese Nummer gewählt. Meine Waschmaschine hatte eine weibliche Stimme und plauderte fröhlich auf finnisch los. Nach einem ziemlich kurzen Monolog holte sie kurz Luft. Ich wollte ihr antworten, doch im selben Moment verwandelte sich ihre Stimme in einen Piepton. Meine Waschmaschine hatte aufgelegt. So wird das nichts mit uns beiden. Sie redet nicht mit mir, zieht mir aber das Geld aus der Tasche (oder zumindest vom mobile phone). Wenigstens hat sie für mich die Wäsche gewaschen. Das war schon ganz nett. Vielleicht wird es ja doch noch was mit ihr. Aber Telefonsex mit einer Waschmaschine kann ich mir nicht vorstellen.
Gibt es eigentlich Telefonsexnummern für Elefanten?




